740.000 Euro für Renovierung der Bürgerspitals-Kirche – gemeinsame Anstrengung von Pfarre, Gemeinde, Land

Sie trägt wesentlich zum Ennser Heimatgefühl, zur Ennser Identität und zur Unverwechselbarkeit bei: Die ehemalige Bürgerspitalskirche in der Dr.-Karl-Renner-Straße 31. Nach rund zweijährigen Renovierungsarbeiten wird am Sonntag, den 18. November das – im Eigentum der Stadt Enns befindliche und heute von der Evangelischen Kirche A.B. verwendete – Gotteshaus wieder eingeweiht.

Ennser Bürgerspital

Das Dach war desolat, die Außenmauern waren von Feuchtigkeit befallen, die kunsthistorisch wertvollen Wandmalereien gefährdet und die Fassaden höchst sanierungsbedürftig. Unter der Aufsicht des Bundesdenkmalamtes führte Steinmetzmeister Gerhard Fraundorfer aus St Martin im Mühlkreis die Arbeiten am Boden und an den Steinteilen durch. Die Restaurierung der Wandmalereien und die Fassaden-Instandsetzung lagen in den bewährten Händen von Restaurator Herbert Schwaha aus Vorchdorf. Die Gesamtkosten für die Sanierung betrugen rund 740.000 Euro, wozu das Land OÖ 200.000 Euro beisteuerte, die evangelische Pfarre Enns 150.000, das Bundesdenkmalamt 35.000 und den Restbetrag die Stadt Enns – als Eigentümer des Objektes – aufbringen musste. Die Vereinigung „Der Kreis“ mit Hermine Schubert hatte in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Notwendigkeit der Sicherung und Sanierung der Elisabethkirche hingewiesen.

Das Ennser Bürgerspital wurde 1319 gegründet. Das mittelalterliche Spitalswesen leitet sich vom Barmherzigkeitsgebot des Evangeliums ab. Enns besaß im Mittelalter mehrere Einrichtungen zur stationären Versorgung alter, gebrechlicher und kranker Menschen. Wirtschaftliche Grundlage bildeten die Einnahmen aus dem landwirtschaftlichen Besitz, aus Testamenten, Schenkungen und Stiftungen. Eine wertvolle Stiftung für das Ennser Bürgerspital waren zum Beispiel die rund 300 Joch großen Weingärten in der Wachau.

Mit dem Spital wurde auch eine Kirche erbaut und der Hauptaltar der Hl. Elisabeth geweiht. Ihre heutige Architektonik erhielt die Kirche um 1763. Die Altäre und die Kanzel stammen aus 1770. Im Jahre 1762 wurde die Kirche im Barockstil umgebaut und die alte Kapelle zur Sakristei umgewandelt. 1971 wurden im Turm Wandmalereien aus dem späten 13. Jahrhundert freigelegt. Das flachkuppelige Kreuzgewölbe zeigt Christus und die Evangelistensymbole, an den Wänden sind Johannes der Täufer und die Hl. Elisabeth zu erkennen.

(aus „Stadtführer Enns“ von Gottfried Kneifel)

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